English

Musiktipp

Queens Of The Stone Age – VILLAINS

Etablierte Rockbands scheitern ja gerne mal an dem Versuch, sich stilistisch breiter aufzustellen und einem eingefahrenen Sound mit frischen Einflüssen - meist in Form eines angesagten Produzenten - eine neue Richtung zu geben. Entsprechend verhalten durfte man die Information aufnehmen, dass sich die Queens Of The Stone Age mit Mark Ronson zusammengetan haben um eine Funk-Platte aufzunehmen.

Zwar ist Ronson kein grundsätzlich falscher Typ, hat neben ein paar Mittelmäßigkeiten immerhin Adele, Amy Winehouse und den unausweichlichen Hit "Uptown Funk" produziert, doch für diesen bestimmten Sound ist er nun mal die offensichtliche, solide, überraschungsarme Wahl. Allesamt Adjektive, die man nicht unbedingt mit einem neuen QOTSA-Album in Verbindung bringen möchte.

Zum Glück verlässt sich die Band auf "Villains" nicht so sehr darauf, dass ihr Produzent den richtigen Weg schon kennen wird. Stattdessen arbeiten die Queens weiter am entschlackten Sound des Vorgängers "... Like Clockwork", betonen dabei jedoch nicht nur ihre grundsätzliche Groove-Bereitschaft ("Feet Don't Fail Me", "The Way You Used To Do"), sondern suchen immer wieder nach Klängen, die ihre zunehmend opulenten Stücke bereichern. Hier dürfte Ronson tatsächlich behilflich gewesen sein: Das sinistre "Un-Reborn Again" kippt gegen Ende in für ihn typische Streicher, während "Fortress" mit einem schön antiquierten Synthesizer liebäugelt.

Ohnehin entpuppt sich der Blick nach vorne für die Queens Of The Stone Age vermehrt als Blick zurück: Einige Passagen erinnern deutlich an Josh Hommes jüngste Zusammenarbeit mit Iggy Pop, für die er bereits seinen Desert Rock mit Elementen aus Iggys Berlin-Phase anreichern musste. Auf "Villains" kommen die Einflüsse nun aus gänzlich unterschiedlichen Richtungen, mal variiert Homme die eigene Vergangenheit mit dem an die Eagles Of Death Metal erinnernden Finale des aufgekratzten "The Evil Has Landed", mal blickt er in den manischen, kokainverseuchten Glam-Rock der 70er ("Head Like A Haunted House").

Einige Passagen erinnern deutlich an Josh Hommes jüngste Zusammenarbeit mit Iggy Pop.

Track List

Track List:

1.    Feet Don't Fail Me

2.    The Way You Used To Do

3.    Domesticated Animals

4.    Fortress

5.    Head Like A Haunted House

6.    Un-Reborn Again

7.    Hideaway

8.    The Evil Has Landed

9.    Villains Of Circumstance

 

 

Damit wird auch die Rolle des Nostalgikers Ronson in diesem Stück klar: Keineswegs sollte er der Band einen gewissen Stil überstülpen, sondern im Gegenteil mit seinen Stärken helfen, einer gewissen Sorte vorhandener Songs den richtigen Klang zu verpassen. Dieses Unterfangen ist mit "Villains" geglückt.