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Musiktipp

Future Islands – The Far Field

So sehr die Pop-Geschichte auch von Hypes dominiert wird und in Zyklen verläuft: Ab und zu gibt es Bands, die sich durch einen Spalt in diesem Gefüge den Weg an die Oberfläche bahnen und dort als geschmackvolle Obskurität umso heller strahlen. Future Islands sind einer dieser seltenen Fälle. 2014 landeten sie mit „Seasons“ bei David Letterman und avancierten anschließend mit dem zugehörigen, passend betitelten Album „Singles“ zum Indie-Liebling der Saison.

Dabei ist dieser doch recht konventionelle Synth-Pop, den das Trio spielt, natürlich gerade alles andere als der Sound der Stunde und Future Islands taugen auch kaum dazu, ein neues Revival auszulösen. Dazu ist die Band viel zu sehr bei sich und ihren Songs, um die es auch auf „The Far Field“ zum Glück wieder hauptsächlich geht. Hier soll kein Genre neu definiert werden, hier geht es nicht darum, ein übergeordnetes Konzept zu bedienen. Geblieben ist die Mission des Vorgängers: Möglichst viele potentielle Singles generieren.

Die Regeln dieses Spiels beherrschen Future Islands natürlich längst aus dem Effeff, besondere Unterstützung gibt es dieses Mal von Tour-Drummer Michael Lowry, der die Rhythmussektion mit live eingespieltem Schlagzeug andickt. Spektakel bleibt zwischen all den strengen Basslinien, schillernden Synthesizern und gradlinigen Drums jedoch noch immer Samuel Herrings markante, kräftige Stimme, die den Zuhörer auch durch die ein oder andere Vorhersehbarkeit trägt.

Track List

1. Aladdin
2. Time On Her Side
3. Ran
4. Beauty Of The Road
5. Cave
6. Through The Roses
7. North Star
8. Ancient Water
9. Candles
10. Day Glow Fire
11. Shadows
12. Black Rose



Hervorragend gelingt das gerade im zwielichtigen „Shadows“, das neben Herrings auch Debbie Harrys Stimme in sich trägt, doch mindestens ebenso großartig sind die dynamisch-optimistische – genau – Single „Ran“ oder das sanft von Streichern gestützte Schmachtstück „Through The Roses“. Am besten an „The Far Field“ ist jedoch ohne Zweifel, wie wenig sich Future Islands von ihrem eigenen Hype haben aus der Ruhe bringen lassen. Mit dieser Stilsicherheit haben sie sich endgültig als eine der zukünftigen Konstanten im Indie-Pop-Geschäft empfohlen.

Mit dieser Stilsicherheit haben sie sich endgültig als eine der zukünftigen Konstanten im Indie-Pop-Geschäft empfohlen.