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Musiktipp

N.E.R.D. – No_One Ever Really Dies

Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit, bis Superstar Pharrell Williams zu N.E.R.D. zurückkehren musste. Die sieben Jahre, die seit der letzten gemeinsamen Platte mit Chad Hugo und Shae Haley vergangen sind, bestritt er natürlich souverän, trat als Mentor der Odd Future Bagage auf und landete mit „Happy“ möglicherweise den größten Hit seiner Karriere, virales Phänomen inklusive. Und doch blieb am Ende das auf der Strecke, was Williams mal ausgemacht hatte, damals, als er um die Jahrtausendwende gemeinsam mit Hugo ausheckte, in welche Richtung sich Hip Hop entwickeln sollte. Als The Neptunes lieferten sie aus dem Hintergrund erschreckend kontinuierlich visionäre Beats, mit ihrer eigenen Band N.E.R.D. fusionierten sie Rap, Rock, Funk und vieles andere, ohne das jemand die langsam faul riechende Vokabel „Crossover“ nutzen musste. Doch wie es so oft läuft mit Ideengebern: Irgendwann holt die Zeit sie ein, der eigene Sound wird immer uninteressanter und für ein paar Jahre möchte man vielleicht einfach nur alleine im Rampenlicht stehen. 

Ebenso klar war es jedoch, dass es für alle Beteiligten nur gemeinsam wirklich weitergehen konnte, weswegen „No_One Ever Really Dies“ der absolut richtige Schritt ist: Ein geschicktes Selbstzitat, mit diversen, zeitgenössischen Stars auf Blockbusterformat gebracht. Der gepflegten Kollaboration waren N.E.R.D. nie abgeneigt, hier wird diese Tendenz jedoch auf die Spitze getrieben, was in der Regel exzellent funktioniert. Furios ist alleine Rihannas Rap-Part auf der ersten Single „Lemon“, die ohnehin geschickt zwischen treibendem, aufpoliertem signature sound und frischen Einflüssen schwankt.

In diesem Spannungsfeld läuft das gesamte Album ab, und genau so gelingt das Comeback des Trios: Zwar wird hier kein Sound der Zukunft mehr entworfen, mit Leuten wie Gucci Mane, Future oder Kenrick Lamar sind jedoch die richtigen Leute dabei, um N.E.R.D. fest in der Gegenwart zu verankern. Man muss, wie auch bei vorherigen Platten, nicht jede Entscheidung teilen (Stichwort: Ed Sheeran), doch gerade ihr filouhafter Wagemut war es doch schon eh und je, der vor allem Williams und Hugo zu Ikonen werden ließ. Das Tag-Team mag etwas angestaubt sein, aber es funktioniert sauber wie eh und je.

„Der gepflegten Kollaboration waren N.E.R.D. nie abgeneigt, “

Track List

1      Lemon (feat. Rihanna)

2      Deep Down Body Thurst

3      Voilà (feat. Gucci Mane, Wale)

4      1000 (feat. Future)

5      Don’t Don’t Do It (feat. Kendrick Lamar)

6      ESP

7      Lightning Fire Magic Prayer

8      Rollinem 7s (feat. André 3000)

9      Kites (feat Kendrick Lamar, M.I.A.)

10  Secret Life Of Tigers

 

11  Lifting You (feat. Ed Sheeran)